Warum haben Flüchtlinge Smartphones?

Die Internationale Fernmeldeunion (ITU), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf, schätzte Ende 2014, dass weltweit die Marke von sieben Milliarden Handys erreicht sei – statistisch bedeutet das ein Handy pro Erdbewohner.

Firmen wie z.B. Xiaomi aus China stellen günstige Smartphones (Neupreis zwischen 50 und 100 Dollar) her, die unzählige Menschen aus verschiedenen Breitengraden zu digitalen Weltbürgern machen. Der Netzwerkausrüster Cisco geht davon aus, dass 2016 jeder zweite Internetnutzer im Nahen Osten ausschließlich via Smartphone online gehen wird. Zudem ist in vielen Staaten die Nutzung von Smartphones weiter verbreitet als die klassische Telefonie und der stationäre Internetzugang. Einem Bericht der Weltbank zufolge haben in manchen Ländern sogar mehr Menschen Zugang zum Mobilfunknetz asls zu sauberem Wasser oder Strom.

Auf der Flucht sind Smartphones das lebensrettende Allheilmittel, das als Kompass und Karte einerseits den Weg in die Freiheit weist sowie als Kommunikationsinstrument für Schlepper, Familie und Freunde dient. Sie tragen schlichtweg den Computer des 21. Jahrhunderts in der Tasche, der ihnen im neuen Land helfen kann, sich die Fremde heimisch zu machen, indem man z.B. mit einer App die deutsche Sprache lernt.